Mittwoch, 15. Februar 2012

Und Action...!

Es gibt zu jeder Lebenssituation einen oder sogar DEN passenden Song. Er fasst in knappen drei Minuten sämtliche Gefühle und Gedanken zusammen, untermalt von einer stimmigen Melodie. Oft verstärkt das Lied die Stimmung mit seiner vollen Entfaltung.
Mein momentaner Backgroundsong stammt von Farin Urlaub.

Taumelnd warf ich mich gegen ein überdimensionales grünes Luftkissen, versuchte wieder auf die Beine zu kommen, landete jedoch auf dem Rücken. Der Boden war hart. Kalte Steine stachen mir in die Seite. Verzweiflung kam in mir auf, irgendwie musste ich es bezwingen können!

Da! Ein Rascheln. Leises Tappeln. Ich öffnete die Augen. 6 Uhr morgens. An einem Sonntag. Dem heiligen Tag des Ausschlafens.
Es versteht sich von selbst, sonntags nicht vor zehn oder elf die Augen zu öffnen. Zumindest in jungen Jahren. Klar, ich hatte zwar gerade einen Alptraum gehabt, aber hätte mir trotzdem gerne selbst die Entscheidung überlassen, ob ich daraus erwachen wollte oder nicht.

Ich guckte kurz unter mein Metallbett. Zwei Kartons waren darunter und sie schienen unberührt zu sein. Leicht angenervt drehte ich mich zurück in meine Einschlafposition.

Luft verließ das grüne Kissen und siegesgewiss trat ich noch ein letztes Mal dagegen. Das weiche grüne Ding fiel kraftlos zu Boden und rührte sich nicht mehr. Ich hatte den Kampf gegen das heimtückische Luftkissen gewonnen! Nun konnte ich endlich zu meinem Schiff zurück kehren.
Gerade erkletterte ich den Rumpf des alten Holzkahns, da hörte ich erneut ein Rascheln.
Mein Unterbewusstsein verabschiedete sich wieder von mir und überließ mich notgedrungen der Realität.

Dieses Mal kamen die Geräusche von der anderes Seite des Zimmers. Ich stand auf und beugte mich unter das zweite Bett. Nichts. Die Taschen standen unverändert. Allmählich begann ich an mir zu zweifeln. Vermutlich hatte ich das Geräusch nur geträumt. Müde legte ich mich hin und versuchte bewegungslos und mit gleichmäßigem Atem auf einen Beleg meiner ersten Vermutung zu warten. Lange hielt ich es nicht aus, denn als ich das nächste Mal wieder das Scharren hörte, wachte ich davon auf. Einfach eingeschlafen war ich!

Dieses Mal hatte sich zusätzlich noch eine Tüte bewegt und das war der Beweis, dass ich es mir nicht einbildete. Paranoid wollte ich noch nicht werden.
Bei meiner neuen Suche durch kramte ich die Taschen und fand eine Mitteilung, die der vermeintliche Schlaffeind mir hinterlassen hatte: eine angeknabberte Schokolade. Ringförmig mit Zacken. Eindeutig nicht von Menschenzahn erschaffen. Es handelte sich um etwas kleines. Einfach abtun konnte ich es nicht mehr, hier ging es um eine Kriegserklärung. Zwei Konkurrenten. Es und ich, der Kampf um die Schokolade.

Trotz minutenlanger Suche, konnte ich das Quartier des Gegenspielers nicht finden. Er hatte sich gut versteckt. Löcher in der Wand konnte ich auch nicht entdecken.
Später von meiner Burg aus, erkannte ich den einzigen Weg, der in meinen Raum führen konnte. Die Tür. Unter ihr war ein ziemlich großer Spalt, insofern man selbst eine kleine Gestalt war.
Nun hatte ich also immerhin den Rückzugsweg entdeckt und konnte ihn mit einem Handtuch verbarrikadieren.
Da ich nie zuvor einen Krieg geführt, dafür jedoch allerhand derartiger Filme gesehen hatte, wusste ich wie ich weiter vorzugehen hatte.

Ich überlegte mir die folgende Vorgehensweise:
- alle Lebensmittel wegräumen
- Aufenthaltsort ausfindig machen
- Feind identifizieren
- Schwächen heraus finden
- Waffe entwickeln
- angreifen

Die ersten drei Punkte arbeitete ich noch am gleichen Tag ab. Es handelte sich um eine Maus, Spitzmaus vielleicht. Sie saß in einem meiner Lieblingsschuhe mit hohen Absätzen. Hatte sich tot gestellt und entsprang meinen SKI-Handschuhen, die ich mir vorsichtshalber angezogen hatte, als ich sie gerade irgend wohin bringen wollte. 
Geschwind verschwand sie in einem Schrank im Flur.
Geblendet hatte sie mich, mit ihrem süßesten "ich bin soooo niedlich, du willst mich nicht umbringen" - Blick.

Ich legte Holzstäbe unter das Handtuch vor der Tür. Und war mir sicher, endlich Ruhe zu haben.

Zwei Tage später spitzte die Lage sich zu.
Das Kombinieren um zu diesem Fazit zu gelangen, fiel mir keinesfalls schwer.
Bereits beim Betreten des Zimmers kam mir etwas seltsam vor. Lagen doch tatsächlich einige angenagte Herzpralinen in der Nähe meiner Tür – hatte ich die Maus beim Abtransport gestört? 
Hatte sie sich mit dem Zeitmanagement vertan?
Warum war sie so Schokoladen besessen? Frustesserin?

Sie hatte es tatsächlich wieder in meinen Raum geschafft. Sich erneut an meiner Schokolade vergriffen, die ich nur für zwei Stunden auf dem Bett vergessen hatte.
Wie Farin Urlaub bereits verkündete:
„Das bedeutet Krieg, Krieg, mehr Krieg.

Das einzige was mir nun fehlt, ist die Waffe.
Aufgestellt habe ich Lebendfallen, verziert mit Schokolade und dem eventuellen Ziel sie an Übergewicht verenden zu lassen. Eine andere Möglichkeit ist mir bisher nicht eingefallen, draußen aussetzen kann ich sie im Winter auch nicht.
Ich möchte sie nicht umbringen, aber in meinem Zimmer auch nicht haben...

Ich bin offen für eure Ideen.

Kommentare:

  1. Nun lass doch mal die Maus zufrieden. Die wohnt schließlich länger dort als du.
    Das Haurecht gehört eindeutig der kleinen Maus.
    Ihr müsst Euch vertragen.

    AntwortenLöschen
  2. Neeeeheeee.. die ist hier noch nicht so lange. Da bin ich mir sicher...

    AntwortenLöschen